Fluthilfe für Sri Lanka
Rückblick:
Am 26. Dezember 2004, 7.59 Uhr Ortszeit, bebte die See. Einige Stunden
später begrub die Todeswelle zigtausend Menschen unter
sich. Indonesien, Sri Lanka, Indien – der südasiatische Raum
wurde von einem Tsunami ungeahnten Ausmaßes stark getroffen.
Die materiellen Schäden sind zunächst zweitrangig – zu groß
sind die millionenfachen menschlichen Tragödien, die sich in
der Region abspielen: Familien werden zerstört, der ohnehin armen
Bevölkerung wird das Wenige genommen, was sie hatte.
Ebenfalls betroffen ist der Ort Matara an der Südküste Sri Lankas. Am Tag des Unglückes haben viele Händler am Strand ihre Stände aufgebaut, die Zahl der Toten ist dem entsprechend hoch. Für den in Halver lebenden Ceylonesen Mahesh Hewakandamby beginnt an jenem 26. Dezember eine Zeit des Hoffens und Bangens: Seine Eltern wohnen in Matara, stundenlang war eine Kontaktaufnahme nicht möglich – die wenigen Telefonleitungen, die noch funktionierten, waren überlastet. Wie durch ein Wunder stoppte die Flutwelle aber 50 Meter vor Hewakandambys Elternhaus.
Ein Glück, auf dem sich Mahesh Hewakandamby nicht ausruhte: Er warb in seinem neuen Wohnort Halver um Spenden – und innerhalb weniger Wochen hatte sich ein aktiver Kern der Initiative „Halver hilft Matara“ gebildet.
Nachdem ein Container voller
Sachspenden der Halveraner Bevölkerung im April 2005 wohlbehalten
Matara erreicht hat, ruht das Hilfsprojekt nun auf zwei weiteren
Säulen: Zum einen sollen Wohnhäuser gebaut werden, in denen
Alleinerziehende eine neue Bleibe finden, zum anderen wird der Bau
einer Schule vorangetrieben. Das Konzept der Initiative überzeugt nicht
nur die Halveraner: Schnell beginnt sich auch InWent, die deutsche
Koordinierungsstelle aller deutschen Tsunami-Hilfsprojekte, für das
Engagement zu interessieren. Mit Christina Rau, der Frau des ehemaligen
Bundespräsidenten Johannes Rau, bekommt die Halveraner Gruppe
eine prominente Unterstützerin, die auch im Fernsehen für das
Matara-Projekt warb.
Innerhalb von 2 Jahren kamen durch das Projekt "Halver hilft Matara" über 90.000 EUR zusammen. Durch die Unterstützung der Stadt Schwertzingen die für das Projekt "Aktion Fluthilfe Schwetzingen" über 230.000 EUR sammelte, konnten in Matara ein Waisenhaus, eine Schule sowie mehrere Häuser für betroffenen Familien gebaut und betreut werden.
Ebenfalls betroffen ist der Ort Matara an der Südküste Sri Lankas. Am Tag des Unglückes haben viele Händler am Strand ihre Stände aufgebaut, die Zahl der Toten ist dem entsprechend hoch. Für den in Halver lebenden Ceylonesen Mahesh Hewakandamby beginnt an jenem 26. Dezember eine Zeit des Hoffens und Bangens: Seine Eltern wohnen in Matara, stundenlang war eine Kontaktaufnahme nicht möglich – die wenigen Telefonleitungen, die noch funktionierten, waren überlastet. Wie durch ein Wunder stoppte die Flutwelle aber 50 Meter vor Hewakandambys Elternhaus.
Ein Glück, auf dem sich Mahesh Hewakandamby nicht ausruhte: Er warb in seinem neuen Wohnort Halver um Spenden – und innerhalb weniger Wochen hatte sich ein aktiver Kern der Initiative „Halver hilft Matara“ gebildet.
Nachdem ein Container voller
Sachspenden der Halveraner Bevölkerung im April 2005 wohlbehalten
Matara erreicht hat, ruht das Hilfsprojekt nun auf zwei weiteren
Säulen: Zum einen sollen Wohnhäuser gebaut werden, in denen
Alleinerziehende eine neue Bleibe finden, zum anderen wird der Bau
einer Schule vorangetrieben. Das Konzept der Initiative überzeugt nicht
nur die Halveraner: Schnell beginnt sich auch InWent, die deutsche
Koordinierungsstelle aller deutschen Tsunami-Hilfsprojekte, für das
Engagement zu interessieren. Mit Christina Rau, der Frau des ehemaligen
Bundespräsidenten Johannes Rau, bekommt die Halveraner Gruppe
eine prominente Unterstützerin, die auch im Fernsehen für das
Matara-Projekt warb. Innerhalb von 2 Jahren kamen durch das Projekt "Halver hilft Matara" über 90.000 EUR zusammen. Durch die Unterstützung der Stadt Schwertzingen die für das Projekt "Aktion Fluthilfe Schwetzingen" über 230.000 EUR sammelte, konnten in Matara ein Waisenhaus, eine Schule sowie mehrere Häuser für betroffenen Familien gebaut und betreut werden.
Zeitungsartikel
aus dem Allgemeiner Anzeiger, Oktober 2007,
von Yvonne Pfannschmidt :"Eine Brücke von Halver nach Matara gebaut"HALVER - Der Tsunami, das Seebeben im Indischen Ozean vom 26. Dezember 2004, hat nicht nur Tausende Menschenleben gefordert und verheerende Schäden in den Küstenregionen rund um den Indischen Ozean verursacht, er hat auch weltweit Hilfsorganisationen auf den Plan gerufen. Vor Ort gründete sich die Initiative "Halver hilft Matara", die ein Beispielhaftes Hilfsprojekt auf den Weg gebracht hat. Durch den aus Sri Lanka stammenden Halveraner Mahesh Hewakandamby war eine direkte Verbindung zu einer der stark betroffenen Regionen im ehemaligen Ceylon gegeben.![]() Halvers Bürgermeister Dr. Bernd Eicker, Diana Hutchinson, Piyasena Hewakandamby, Rüdiger Bednarz, Marek und Bettina Tomicki (von links) posieren für das Gruppenbild im Rathaus. Seine Familie, insbesondere sein Vater, sorgte dafür, dass die aus Halver kommenden Sach- und Geldspenden in Matara im gedachten Sinne verwandt wurden. Mehr als 93 000 Euro hatte die Initiative von der Bevölkerung, Schulen, Firmen und Einrichtungen aus Halver und Schalksmühle bekommen, und damit in Matara eine Schule, 10 kleine Wohnhäuser sowie ein Gemeinschaftshaus errichten lassen. Im Oktober 2006 waren die Gebäude einzugsbereit, Rüdiger Bednarz und Diana Hutchinson - auf eigene Kosten - zur Schlüsselübergabe nach Matara geflogen. Jetzt bekam Halver Besuch aus Matara. Mahesh Hewakandambys Vater, Piyasena Hewakandamby, hatte zwei Gründe, sich im Alter von 77 Jahren auf die lange Reise von Sri Lanka nach Deutschland zu machen. "Einmal wollte ich die Familien meiner Söhne besuchen, die Enkelkinder sehen, dann im Namen der Bürger meiner Stadt von ganzem Herzen den Dank für die geleistete Hilfe überbringen. Es ist mir eine große Ehre, den Menschen in die Augen schauen zu dürfen, die so viel Gutes für uns getan haben. Sie haben eine Brücke zwischen Halver und Matara gebaut", sagte Vater Hewakandamby am Dienstagnachmittag bei einem Besuch im Rathaus. Bürgermeister Dr. Bernd Eicker hatte ihn, seinen Sohn sowie Rüdiger Bednarz, Diana Hutchinson, Marek und Bettina Tomicki sowie Frauke Sinnwell (die verhindert war) von der Initiative "Halver hilft Matara" zu einem Gespräch eingeladen. Piyasena Hewakandamby, der sich auch in Goldene Buch der Stadt Halver eintragen durfte, berichtete voller Dank, über das in Matara entstandene Pilotprojekt, das im ganzen Land seinesgleichen suche und von Besuchern aus vielen Ländern der Welt als beispielhaft angesehen werde. Hewakandamby, der in Matara die Bauarbeiten koordiniert und die Spendengelder - "es ist alles nachprüfbar", so Hewakandamby - verwaltet hat, berichtete ein wenig über die Hintergründe. Überzeugungsarbeit hatte zum Beispiel geleistet werden müssen, damit in Sri Lanka, wo das Kastendenken noch vorherrscht, die Häuser für die Fischer der Küstenregion überhaupt in Ortsnähe hätten errichtet werden können. Ein Mittel sei unter anderem gewesen, die Bauarbeiten an die Ortsbewohner zu vergeben. Die Regierung hatte die Grundstücke zur Verfügung gestellt, auch die betroffenen Familien ausgesucht, denen die Häuser geschenkt wurden. Das Gemeinschaftshaus werde mittlerweile nicht nur von den Bewohnern der zehn neuen Häuser, die den Ortsnamen "Matara-Halver" tragen, genutzt, sondern sei auch von der anderen Bevölkerung angenommen worden. Es sei sowohl ein Treffpunkt für junge Mädchen als auch ein Betreuungsort für Kinder, deren Eltern arbeiten gehen. Mahesh Hewakandambys Vater, Piyasena Hewakandamby, trägt sich ins goldene Buch der Stadt Halver ein. Eingebunden in das Halveraner Projekt ist auch ein Waisenhaus, das die Stadt Schwätzingen dort errichten ließ. Diese Zusammenarbeit hatte sich zufällig ergeben, als Mahesh Hewakandamby auf einem Flug in seine Heimat den Bürgermeister von Schwätzingen kennen lernte, der sich dort nach Hilfsmöglichkeiten umsehen wollte und von den Plänen in Halver ganz begeistert war. 29 Vollwaisen, alles Jungen, leben jetzt dort und besuchen die benachbarte Schule. "Sie lernen Sauberkeit, Disziplin, bekommen regelmäßig gutes Essen und auch ganz viel Liebe", berichtete Piyasena Hewakandamby. Er erzählte von einem fünfjährigen Jungen, der mit eigenen Augen den Tod seiner Eltern hatte mit ansehen müssen, ohne weitere Angehörige da stehe und ins Heim gebracht worden war. "Er war stumm, sprach nicht ein einziges Wort; er war traumatisiert." Die Heimleiterin habe diesen Jungen betreut, ihn zur Schule gebracht, wieder abgeholt, mit ihm gesprochen und gelacht, sich sehr um ihn bemüht. "Heute spricht er wieder, lacht, schlägt von einer Wand zur anderen Rad und ist ganz lebendig." |






